1999 - 2009

Gutes Design ist,  

wenn man es nicht sieht.

♫♪ Markus Wäger  ♫♪

 

Mit  „Iceland Pictures“, Opus 226, für Streichorchester beginnt er sich 1999 von all zu deutlichen Verschiebungen und rhythmischen Finessen zu trennen. Das heißt aber nicht, dass er diese aufgibt.

Vielmehr geht er dazu über, diese geschickt einzubetten, ohne einen zu starken Fokus auf rhythmische oder harmonische Geschehnisse zu setzen.

Irgendetwas ist anders. Diesen verwunderten, überraschten, vielleicht auch ein wenig verlorenen emotionalen Moment hat er für sich entdeckt. Sei es „Estamotivity“, Opus 238, für Bariton-Saxophon und Klavier, das, obwohl harmonisch streng funktional, schlicht keine Tonika besitzt. Oder „Inside the Crystals“, Opus 232, für sinfonisches Blasorchester, welches,- in ruhigen Achteln dahinfließend-, es dem Zuhörer unmöglich macht, Viertel mit zu schlagen.

Das Jahr 2000 ist für Andrew Noah Cap das Jahr, indem er seine experimentelle Phase abgeschlossen hat und mit den gewonnenen Einsichten und Erkenntnissen frei umgeht. War der emotionale Aspekt zwar stets ein Begleiter, ist es nun der wirkliche Motor, der sein Schaffen antreibt. Gerne greift er große Ereignisse der Vergangenheit auf, um der Frage auf die Spur zu kommen: Was fühlen die Menschen damals?

Tonale Verdichtung und einhämmernde Staccati („Land of the noble free“, Opus 426), die einem ein Gefühl der Beklemmung vermitteln, forttreibende Sechzehntel-Bewegungen ohne wirkliches Fundament („Crusaders“, Opus 236), die einem eine unvermittelte Leichtigkeit verspüren lassen, oder aber ein Geflecht aus einer Vielzahl an Melodielinien („Theben“, Opus 379), die einem die Entscheidung abverlangt, sich für eine Linie zu entscheiden.

All dies sind die Werkzeuge, mit denen Andrew Noah Cap emotionale Aspekte in seine Musik einflechtet.