Eine Arbeitsweise

 Ein Strich mit dem Bleistift kann Dich reicher belohnen,

als es Geld jemals vermag.

♫♪ Pablo Picasso  ♫♪

 

„Wenn ich komponiere, will ich kein Instrument in meiner Nähe haben. Das lenkt mich nur ab. Ich höre und was ich höre, schreibe ich auf.“, sagt Cap mit einem ungläubigen Blick, als bezweifele er, dass es auch anders gehen könnte.

Am liebsten taucht er in der Anonymität der Menge unter, sitzt in einem Café und schreibt, oder aber er nutzt die Zeit einer Bahnreise, um Gedanken festzuhalten.

Wo immer Andrew Noah Cap auch hingeht, wo immer man ihn sieht, ein Notenblock ist sein ständiger Begleiter.

Noch 5 Minuten vor der Trauung seines Bruders Thomas saß er in Gedanken versunken auf einer kleinen Bank vor der Kirche und skizzierte einige Passagen für „Land of Silence“, Opus 102.

Auf die Frage, was er sich denn zu Weihnachten wünschen würde, antwortete er ohne  Zögern: Skizzenbücher von Moleskin.

„Ich denke schneller, als ich schreiben kann“ ist eine große Sorge, und so ist es nicht verwunderlich, dass er sich über die Jahre einen individuellen Schreibstil aneignete. Dem Rat Ericksons folgend, eine Skizze nicht nur auf 2 Notensysteme zu beschränken, um erste Gedanken zur Instrumentierung festzuhalten, weisen seine Skizzen ab etwas 1987/1988 in der Regel 6 bis 8 Systeme auf, in denen bereits alle zur Orchestrierung notwendigen Angaben eingetragen sind.

Ab etwa 1990 verkürzt er auch Läufe und schnelle Bewegungen, in dem er lediglich die Balkenanzahl als Linien auf- oder abwärts einzeichnet, verbunden mit einem Buchstaben-Code, wie z.B. „c“ für chromatisch, „D“ für diatonisch oder aber römische Ziffern für eine auf die Funktion der Harmonie bezogenen Scala. Lediglich Start- und Zielnote sind noch verzeichnet.

Noch einmal verkürzt tauchen die ersten Skizzen ab 1994 auf. „Warum soll ich aufschreiben, was ich sowieso immer abrufbereit im Kopf habe. Wenn man ein Lied öfters im Radio hört, kann man es problemlos unter der Dusche zwitschern. Obwohl alleine, hört man doch mit seinem inneren Ohr die komplette Begleitung“, so die schlichte Erklärung.

Diese Arbeitsweise jedoch birgt auch Nachteile, wie sich beginnend mit dem Jahr 2006 bald schon herausstellte.